Saturday, 31.07.10
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Sprache der Seefahrer

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Wer auf einem Schiff fährt hat seine eigene Sprache. So kennen alle, die an der See wohnen Worte wie Steuerbord, Backbord, Buk und Achtern, Deck und Lee und Luv. Worte, die für ausgemachte Landratten vollkommen unverständlich sind, aber für Seeleute wichtig bei der Verständigung. SOS kennt man allerdings auch in den Bergen, da es ein internationaler Notruf ist.



Wenn der Wind flau ist, so hat er keinen Hunger sondern ist seicht und das Abtakeln ist das Abbauen von Segeln, Masten und Gut. Achtern befindet sich der hintere Teil des Schiffes, mittschiffs ist seine Mitte und der Buk sticht zu erst in See ohne oder mit der Galleonsfigur. Aye-Aye ist die Bestätigung eines Befehls. An Deck hat man die beste Sicht, doch die weiteste hat man aus dem Krähennest, der Ausguck am höchsten Mast. Kiel ist eine wunderschöne Stadt in Norddeutschland, aber auch die unterste 'Naht' des Schiffes. Die Kajüte ist der Wohn- bzw. Schlafraum für Mannschaft oder Passagier und in der Koje legt man sein Haupt zur Ruh.

Kalte Eier kann man essen, bedeuten aber in der Schifffahrt entstehenden Nebels. Freigut ist nicht etwa ein Geschenk sondern zollfreie Ware und der Flurplattenindianer ist keiner auf dem amerikanischen Kontinent lebender Ureinwohner, sondern der Spitzname der Maschinisten.

Auch der Klabautermann gehört in die Seemannssprache, er ist der Kobold, der unsichtbar seinen Schabernack mit dem Smutje und dem Rest der Mannschaft treibt. Der Smutje ist der Schiffsjunge, der erst zum Seemann werden will. Sagt einer:“Mach deine Klüsen auf!“, dann sind die Augen gemeint. Eigentlich sind Klüsen aber die Bullaugen, die wiederum nichts mit einem Bullen zu tun haben, sondern Schiffsfenster sind.

Viele der Worte finden sich in der norddeutschen und plattdeutschen Sprache wieder, auch im täglichen Gebrauch. Doch auf See ist es lebenswichtig sie zu verstehen. International wird englisch gesprochen.



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